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Als letzte Aktivität des EU-Clubs in diesem Schuljahr hatten wir am 24. Juni 2020 die Gelegenheit, uns online mit Tiemo Wölken zu unterhalten.

Tiemo Wölken ist 34 Jahre alt, und seit über 3 Jahren einer der jüngsten Abgeordneten im EU-Parlament. Hier ist er Mitglied der SPD/S&D. Schon seit einem Praktikum in Brüssel in seiner Jugend hat ihn das „Europavirus“ gepackt. Ab diesem Zeitpunkt war klar: Er möchte für die EU arbeiten. Während des Gesprächs beantwortete er viele Fragen über sich selbst und seine Arbeit, die Zukunft, und aktuelle Themen.
Schon zu Beginn lobte er das Engagement der Jugendlichen und dass ihre Stimme auch gehört wird – dank der starken Präsenz in der letzten Zeit noch weitaus häufiger. Vor allem ‚Fridays for Future‘ sieht er als Auslöser des Aufstiegs der Grünen innerhalb Europas. Auch findet Wölken, dass er alleine auch etwas erreichen kann; er konnte die Kommission schon umstimmen, um Europa unabhängiger zu machen. Zusätzlich betont Wölken, dass er sich selbst als Europäer sieht, was nach ihm zum Umdenken in internationalen Angelegenheiten, wie zum Beispiel in der globalen und europaweiten Corona-Pandemie, führt.
Wegen dieser befindet sich Wölken auch seit geraumer Zeit im Homeoffice. Deswegen wurde die Frage gestellt, ob er eine Zukunft in digitaler Kommunikation sieht. In seiner Antwort erzählt er, dass selbst bei manchen Abgeordneten vieles noch analog zugeht, er selbst macht aber fast alles digital – was natürlich auch der Umwelt hilft. Jedoch besteht die Sorge der Sicherheit im Internet, sowie dass jeder Anbieter sein eigenes Netzwerk aufbaut. Trotzdem: Tiemo Wölken ist aktiv auf Social Media-Plattformen wie Twitter und Twitch, die auch einen großen Teil seiner Zeit beanspruchen. Dafür versucht er aber, allen politische Themen zu erklären, und Geschehnisse zu kommentieren. Allerdings sieht er seine Zukunft immer noch bei der SPD und prangert dabei den fehlenden öffentlichen Auftritt im Social Media an. Die SPD muss umdenken und präsenter werden. Auf EU-Ebene wünscht er sich in Zukunft keine weiteren Abspaltungen und Föderalismus.
Zusätzlich zu den Zielen müssen wir uns unbedingt schnell auf die Folgen des Klimawandels einstellen, etwas, was ihm zu langsam geht. Auch das Konjunkturpaket der EU wird viel kosten, deswegen lehnt Herr Wölken die Position der ‚Sparsamen Vier‘ ab. Auch über die aktuelle Situation mit Rassismus wird er deutlich: Die Blacklivesmatter-Bewegung ist auf einem Hochpunkt und überaus wichtig. Er fordert für die Zukunft Solidarität und die Aufnahme von Flüchtlingen, denn was Wölken mit Europa verbindet, ist „Vielfalt.“
Schlussendlich wurde Wölken noch auf den EU-Abgeordneten und Satiriker Martin Sonneborn (Die Partei) angesprochen. Auch wenn dieser keine Politik macht, ist es wichtig, ‚Politiker‘ wie ihn zu haben, da so Licht ins Dunkle gebracht wird – etwas, was sonst nicht passieren würde.
Insgesamt war die Unterhaltung mit Tiemo Wölken sehr informativ und hilfreich. Die EU ist wichtig für den Bestand Europas und den Frieden, doch Europa ist niemals fertig und es bedarf noch eines weiten Wegs.

Maximilian Böhmichen 11c, Tabea Hettenbach 11a, Kai Kellner 11d, Julian Dausend 11e

Off. Pressefoto Woelken 
Tiemo Wölken © European Union 2019 – Source : EP

Bild Tiemo Wölken
Tiemo Wölken bedankt sich auf seinem Instagram-Account
für das Gespräch mit dem EU-Club

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