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Die Theater AG des Gymnasiums Rutesheim spielte am Donnerstag, dem 28. Februar 2019, unter der Leitung von Regina Martel Henrik Ibsens Drama „Nora. Ein Puppenheim“ in der Aula des Schulzentrums Rutesheim. In diesem Stück aus dem Jahr 1879 geht es um die Emanzipation einer Frau von ihrer vorgegebenen Rolle als Ehefrau und Mutter. Ein Thema, das in Zeiten von #metoo und einem neu entfachten Feminismus wieder so aktuell wie bei seiner Uraufführung vor genau 140 Jahren ist.


Mit einer Diskussion über die Ausgaben für Weihnachtsgeschenke eröffnen der Rechtsanwalt und Bankdirektor Torvald Helmer, gespielt von Jana Röchert (10b), und seine Ehefrau Nora, gespielt von Marie Albers (J2), den Theaterabend. Geblendet von diesem oberflächlichen Gespräch, bekommt der Zuschauer zunächst den Eindruck einer klaren Rollenverteilung in der Beziehung zwischen den beiden: Torvald schafft das Geld heran, Nora gibt es aus. Doch schnell wird klar, dass Nora eine geschickte Regisseurin des gemeinsamen Zusammenlebens ist. Um ihrem Gatten vor Jahren eine Erholungsreise nach Italien zu ermöglichen, hat Nora heimlich einen Kredit im Namen ihres Vaters aufgenommen. Weil dieser jedoch kurz zuvor verstorben war, fälschte sie seine Unterschrift auf dem Schuldschein. Das Darlehen gab ihr der Rechtsanwalt Krogstadt, gespielt von Tabea Hettenbach (10a), der mittlerweile für Torvald in dessen Bank arbeitet. Als Torvald Krogstad entlassen will, weil er ihm unsympathisch ist, erpresst Krogstadt Nora mit dem Wissen um die gefälschte Unterschrift. Da es Nora nicht gelingt, ihrem Mann die Entlassung auszureden, schreibt Krogstadt einen Brief an Torvald, indem er den Betrug aufdeckt. Entsetzt über das Verhalten seiner Frau macht Torvald ihr schreckliche Vorwürfe, will aber, um den gesellschaftlichen Skandal zu vermeiden, keine Scheidung. Als ein weiterer Brief eintrifft, der mit dem Schulschein den einzigen Beweis des Betrugs enthält, vernichtet Torvald das Dokument erleichtert und vergibt seiner Frau. Nora jedoch muss erkennen, dass die Sorge ihres Mannes um Status und Ansehen die Liebe zu ihr weit übersteigt. War sie bereits als Kind wie ein Puppenkind von ihrem Vater behandelt worden, so behandelt Torvald sie nun als Puppenfrau. Eine solche Partnerschaft kann und will Nora nicht länger ertragen. Sie verlässt ihren Mann und die gemeinsamen Kinder mit den an Torvald gerichteten Worte: "„Ach, Torvald, dann müsste das Wunderbarste geschehen – […] Dann müsste mit uns beiden, mit Dir und mir, eine solche Wandlung vorgehen, dass – Ach, Torvald, ich glaube an keine Wunder mehr. […] – dass unser Zusammenleben eine Ehe werden könnte. Leb' wohl!"
Die Theater-AG präsentierte sich dieses Jahr bereits deutlich früher im Schuljahr als in den vergangenen Jahren und mit einem neuen Format: sechs Schauspieler gestalteten den Abend. Alle sechs Darsteller überzeugten die Zuschauer nachhaltig mit einer hohen Textsicherheit und einer gelungenen Inszenierung. Herausragend war Marie Albers (J2) in ihrer Rolle als Nora, die sowohl in komischen wie nachdenklichen Passagen überzeugte. Auch Jana Röchert (10b) als Advokat Torvald, Regine Ackermann (J1) als Frau Linde, Tabea Hettenbach (10a) als Anwalt Krogstadt, Hannah Eichenbaum (J2) als Doktor Rank und Merle Kutschera (10f) als Hausmädchen füllten ihre Rollen mit Leben. Zusätzlich standen Leoni Widmann (9a) als Nora und Sara Lankocz (9a) als Krogstad als Zweitbesetzung zur Verfügung. Jannis Hettenbach (8b) unterstützte die Darsteller als Souffleur und Julia Stocker (J2) als Regieassistenz.         
Der Theaterabend wurde neben der Theater AG auch von der Bühnenbild-AG unter der Leitung von Katharina Schwarz und durch Unterstützung von Dr. Wilfried Schwarz sowie Zoë Berger (J2) und Ellen Wöhr (J2) künstlerisch mit viele kreativen Ideen gestaltet. Für die bühnengerechte Beleuchtung sorgte die Technik-AG unter der Leitung von Bastian Rochard. Herzlichen Dank allen Mitwirkenden für diese hervorragende Aufführung!

Laura Auhorn
Abteilungsleiterin Schulentwicklung

Impressionen der Inszenierung finden Sie hier.

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