Ausgezeichnet beim Wettbewerb 

"Beispielhaftes Bauen Böblingen 1996-2003"

Architekt: Architektengemeinschaft Böwer.Eith.Murken.Spiecker Freiburg
Bauherr: Gemeinde Rutesheim



Begründung der Jury:

Der Baukörper trennt den lärmintensiven Schulhof vom ruhigen, naturbelassenen Außenbereich im Süden. Er passt sich sensibel dem Geländeverlauf an, so dass durch die geschickte Nutzungsverteilung überall die Verknüpfung mit den entstehenden Außenbezügen im Innern erlebt werden kann. Großzügige, räumlich interessante Erschließungszonen bedingen hohe innenräumliche Qualitäten. Die zurückhaltende Materialwahl mit viel Liebe zum Detail führen zum offenen, freundlichen Charakter der Schule. Hervorzuheben ist die behutsame Behandlung der Außenanlagen mit den getroffenen Maßnahmen zur Wasserrückführung.



Objektbeschreibung:

Fertigstellung: 2003

Das Baugrundstück für das ursprünglich dreizügig konzipierte Gymnasium liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum vorhandenen Schulzentrum. Die Grundstruktur des neuen Gebäudes folgt dem bestehenden orthogonalen Muster und kann sich so in den Gesamtkomplex der Schul- und Sportanlagen einfügen und ihn komplettieren. Die spätere Erweiterung zum vierzügigen Gymnasium erfolgte konsequent durch Verlängerung der Klassenflügel nach Süden. Die Schnittstelle zwischen Alt und Neu ist heute nicht mehr wahrnehmbar.

Das Grundstück wird unterteilt in eine Vorzone mit einer klaren räumlichen Gliederung im Norden und einem Bereich, der sich zur Landschaft im Süden öffnet. Das in südöstlicher Richtung leicht ansteigende Gelände ist in eine Abfolge von Schichten gegliedert: eine Schicht für Parken und Busumfahrt, eine weiter für den Schulplatz, der die Verbindung zum Schulzentrum im Westen und weiter zum Sportgelände aufnimmt und eine Schicht mit dem Baukörper des neuen Schulbaus. Daran schließt sich der bewusst naturhaft belassene Übergang zur offenen Landschaft an. Die Zweigeschossigkeit führt die moderate Höhenentwicklung des bestehenden Schulzentrums fort und nutzt das zur Verfügung stehende Grundstück angemessen aus.

Für die neue Schule wurde ein Ambiente angestrebt, in dem sich jugendliche Schüler zurechtfinden und ein Gefühl von "Zuhause sein" innerhalb der großen Institution Schule entwickeln können. Ziel war eine räumliche Differenzierung im Innern sowie eine klare Organisation der einzelnen Funktionen. Die unterschiedlichen Nutzungsbereichen sind alle der großen Erschließungshalle angegliedert, die wie eine öffentliche Straße den Mittelpunkt der Schule bildet.
Das Gebäude passt sich dem Geländeverlauf an, so dass die Topografie durch Höhenvorsprünge und Rampen auch im Innern des Gebäudes spürbar wird und überall eine Verknüpfung mit den verschiedenen Außenbereichen erlebt werden kann. Im Zusammenspiel mit den Treppen ergeben sich erhöht liegende, verschiedenartig gestaltete Vorbereiche vor den Fachklassenräumen und somit eine reizvolle vertikale Gliederung.

Zwei große Lufträume in der Halle stellen die Verbindung zwischen den Geschossen her und machen die Schule als gesamtes Gebäude erlebbar. Die Halle ist täglicher Treffpunkt der Schulgemeinschaft. Hier werden Informationen ausgetauscht, gibt es Pausenbereiche, Ausstellungsflächen und Möglichkeiten zur Ausgestaltung durch die Schüler. Der Eingangsbereich geht in ein kleines Veranstaltungsfoyer über, das durch eine Schiebewand auch für größere Schulveranstaltungen erweitert werden kann.

Die Halle bietet ebenso wie die Erschließungsflure verschiedene Ausblickmöglichkeiten, so dass die umgebende Landschaft zur Geltung kommt und in das Gebäude hineinwirken kann. In die zweibündigen Klassenraumflügel gelangt das Licht über großzügige Oberlichter und Lichttische. Der offene, helle und freundliche Charakter des Gebäudes soll insgesamt eine anregende Lernatmosphäre fördern.

© 2001Architektenkammer Baden-Württemberg

 

 

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