Sonderbeilage zum Mitteilungsblatt am 21.11.2002 Nr. 47

Erweiterung Gymnasium Rutesheim


Blick auf einen der beiden Klassenraumflügel

Bürgermeister Dieter Hofmann:

Das Gymnasium Rutesheim ist eine Erfolgsgeschichte. Es ist ein Erfolg für das schulische Angebot in diesem Raum, weil es 1995 gelungen ist, dass sich sechs Städte und Gemeinden über Kreis-, Regierungsbezirks- und Oberschulamtsgrenzen hinweg zusammen finden, um dieses Projekt mit rd. 16 Mio. € Kosten zu meistern.
Im Jahr 1997 wurde mit dem Aufbau des Gymnasiums Rutesheim zunächst mit den Klassen stufen 5 und 6 in vorhandenen Räumen im Schulzentrum begonnen. Im Jahr 1998 war Baubeginn für den Neubau des Gymnasiums, der bereits 1 Jahr später bezogen werden konnte.
Dank seinem guten Ruf, der guten Schülerbeförderung, den in diesem Raum noch wachsenden Einwohnerzahlen und aufgrund von weit überdurchschnittlichen Übergangs quoten von der Grundschule aufs Gymnasium in den sechs beteiligten Gemeinden stiegen die Zahlen der neu aufgenommenen Schüler von Jahr zu Jahr enorm an.
So erfreulich diese sehr gute Resonanz weit über den Erwartungen ist, so stellte sich sehr rasch aber die Frage der räumlichen Kapazität des Gymnasiums beim Vollaufbau. Denn bis zum Schuljahr 2004/2005 kommen ja jährlich weitere Klassen hinzu. Das erste Abitur wird aber erst 2005 abgelegt.
Räumlich ausgelegt war das neue Gymnasium nach den Vorgaben von Kultusministerium und Oberschulamt ursprünglich auf drei Züge. Die Berechnungen der Gemeindeverwaltung und des Oberschulamtes ergaben dann aber durchgehend 4-Zügigkeit. In den Jahren 2000 und 2001 wurden sogar 5 Eingangsklassen gebildet. Höhepunkt waren die 6 Klassen zum Schuljahresbeginn 2002/2003 ! Es galt rasch zu handeln und es wurde rasch gehandelt. Der vor noch nicht all zu langer Zeit eingeweihte Neubau musste erweitert werden. Das Ober schulamt bestätigte diesen Bedarf und das Raumprogramm: 7 Klassenräume, 1 Lehrübungs raum und 1 Vorbereitungs raum für Biologie, 1 Computerraum. Im Jahr 2000 erfolgten die Beschlüsse, Vereinbarungen und die Planung für die Erweiterung, die sich harmonisch anfügt. Der Spaten stich erfolgte am 25. Juli 2001. Bereits zum Beginn des neuen Schul jahres im September 2002 konnte die Erweiterung bezogen werden.
Die Kosten betragen rd. 2,4 Mio. €. Davon trägt die Gemeinde Rutesheim als Schulträger und Standort gemeinde 336.000 €. Das Land Baden-Württemberg gewährt Schulbau fördermittel in Höhe von 1.197.000 € und der Landkreis Böblingen 532.000 €. Die Kosten­beteiligung der Nachbar gemeinden beläuft sich auf 330.000 €.
Dank gilt allen am Bau Beteiligten, auch für die Einhaltung der Termine und der Kosten.
Kompliment und Dank gebührt Herrn Rektor Kilper, seinen Lehrerinnen und Lehrern, Schülern und Eltern und allen die zum guten Gelingen des Gymnasiums Rutesheim bei getragen haben und weiter beitragen werden.
Es gilt, diese gute Arbeit auch im erweiterten Gymnasium bei größeren Schülerzahlen fortzusetzen.

Dieter Hofmann
Bürgermeister

Blick in ein Klassenzimmer des Gymnasiums

Ein Flur im Klassentrakt.

Die Zahl der Schließfächer, die in den Wänden zwischen den Klassenzimmern und Fluren integriert sind, wurde im Zuge der Erweiterung von 675 auf 891 erhöht.
Der zweite Computerraum, ausgestattet mit moderner Hard- und Software.
Lehrübungsraum Biologie 3 mit einem von der Decke abgehängtem Medienflügel


Auch der Schulhof wurde um eine Schotterrasenfläche im Südwesten erweitert.

Schulleiter Michael Kilper:

„Kaum gebaut und schon zu klein“, ein Satz, der schon kurze Zeit nach dem Einzug in das neue Gebäude des Gymnasiums Rutesheim immer wieder zu hören war. Tatsächlich hat die Schule seit der Gründung 1997 einen rasanten Zuwachs der Schülerzahlen zu verzeichnen, obwohl anfangs manche Bedenken geäußert wurden, ob ein neues Gymnasium in unserer Region genug Zuspruch finden würde. Es kam, wie inzwischen auch die Skeptiker wissen, ganz anders. Das Gymnasium Rutesheim fand Anklang und inzwischen wechselt der Großteil der Grundschüler aus den 6 beteiligten Gemeinden, die eine Gymnasialempfehlung erhalten, auf unsere Schule. Dies ist einerseits darauf zurückzuführen, dass Kinder im Alter von 10 oder 11 Jahren nicht gerne aus ihrer Klassengemeinschaft gerissen werden, andererseits aber auch auf die Attraktivität des Gymnasiums Rutesheim.
Angesichts der bekannten Geburtenziffern aus den beteiligten Gemeinden und den damit drohenden Raumengpässen setzten im Frühjahr 2000 erste Überlegungen ein, die Schule zu erweitern und im Laufe des Jahres fielen die entsprechenden Entscheidungen von Seiten der Kultusbehörden und der 6 beteiligten Gemeinden, die Schule auf ein vierzügiges Gymnasium zu erweitern. Am letzten Schultag des Schuljahres 2000/01 erfolgte der Spatenstich, gerade zweieinhalb Jahre nach dem ersten Spatenstich zum Bau der Schule.
Ein eingespieltes Planungsteam ging ans Werk, wie immer mussten vielerlei Interessen berücksichtigt werden und letztlich spielten auch finanzielle Argumente bei der Erweiterungsplanung eine große Rolle. Am Ende stand eine Konzeption, die das bisherige architektonische Konzept fortführt, alle von Seiten des Landes vorgegebenen Planungsrichtlinien enthielt und finanziell bei den beteiligten Gemeinderäten auch durchsetzbar war.
Es ist sehr erfreulich, dass mit der Erweiterung unseres Gebäudes das gute Ausstattungsniveau des Gymnasiums Rutesheim gehalten werden konnte, ging es doch nicht nur um eine Vergrößerung der Anzahl der Räume, sondern auch um die Anpassung der Ausstattung. So wurden die Computerräume mit neuester Technologie ausgerüstet, Lehrmittel vieler Fachbereiche mussten ergänzt und an die zu erwartende Schülerzahl angepasst werden. Im naturwissenschaftlichen Fachraum erfolgt die Versorgung durch Strom und Gas sowie die Computervernetzung durch sogenannte Medienflügel von oben, vergleichbar mit modernen Laboratorien. Dies ermöglicht eine große Flexibilität in der Unterrichtsmethode und Unterrichtsgestaltung. Unser Dank gilt daher allen am Bau Beteiligten und den Verantwortlichen der beteiligten Gemeinden, allen voran der Gemeinde Rutesheim.
Mit Abschluss der Erweiterung ist das Gymnasium Rutesheim gut gerüstet für die großen Herausforderungen, die die kommenden Jahre mit sich bringen werden. Das sind einerseits die weiterhin sehr großen zu erwartenden Schülerzahlen an unserer Schule, andererseits aber auch tiefgreifende bildungspolitische Neuerungen ab dem Schuljahr 2004/05, die nicht nur eine Verkürzung der gymnasialen Schulzeit auf 8 Jahre, sondern auch viele inhaltliche und methodische Neuerungen beinhalten.


Michael Kilper
Schulleiter

Architekturgemeinschaft Böwer - Eith - Murken Spiecker, Freiburg

Eine Schule so kurz nach Fertigstellung schon zu erweitern, ist bestimmt kein gewöhnlicher Vorgang, spricht aber für die Qualität der Bildungseinrichtung.
Der Anbau war im ursprünglichen Gebäudeentwurf noch nicht berücksichtigt, daher könnte man hier durchaus eine schwierige Aufgabe vermuten: Wo baue ich am besten, preiswertesten und für den laufenden Betrieb am verträglichsten an?
Beim Gymnasium Rutesheim lag die Lösung jedoch auf der Hand. Die Erweiterung bot sich hier nur in Verlängerung der beiden Klassenraumflügel an, die nach Süden in die freie Landschaft weisen. Hier war auf beide Geschosse verteilt Platz für 10 weitere Klassen räume, einen Vorbereitungsraum Bildende Kunst und einen Mehrzweckraum. Drei bestehende Klassenräume mussten noch umgebaut werden in einen dritten Biologieraum samt Vorbereitung und einen zweiten Computerraum.
Das Grundkonzept der Schule konnte dabei weitgehend beibehalten werden:
Die große Erschließungshalle ist weiterhin Mittelpunkt der Schule. Sie folgt dem Geländeverlauf, so dass die Topografie auch im Innern durch Höhenversprünge erlebbar wird. Hier ist der gemeinsame Treffpunkt, hier werden Informationen ausgetauscht, hier gibt es Pausenbereiche, Ausstellungsflächen und Möglichkeiten zur Ausgestaltung durch die Schüler sowie Möglichkeiten für festliche Veranstaltungen. Durch die eingeschnittenen zweigeschossigen Lufträume wird das Gebäude als Ganzes erlebbar.
Die klare Organisation und Zonierung in einzelne Nutzungsbereiche wie z.B. der Fachklassenbereich, die Verwaltung oder die Klassenraumflügel ist weiterhin erkennbar und trägt dazu bei, dass sich die Schüler trotz der gewünschten räumlichen Differenzierung schnell zurechtfinden.
Die Ausblickmöglichkeiten von der Halle und den Erschließungsfluren nach außen lassen die Schule großzügig und offen erscheinen und die umgebende Landschaft kann in das Gebäude hineinwirken.
Die Erweiterung im bestehenden Kontext zum einen und in solch kurzem zeitlichen Abstand andererseits führte dazu, dass die Schnittstelle zwischen "alt“ und neu nur noch für Fach leute wahrnehmbar ist, und das ist gut so, denn wir wollten, dass sich die Schule auch nach der Erweiterung als ein zusammenhängendes, einheitliches Gebäude darstellt. Zu unserer eigenen Überraschung stellt sie sich heute fast noch kompletter und besser proportioniert dar.
Der ganzen Schulgemeinschaft wünschen wir weiterhin in und mit dem neuen Gymnasium alles Gute und vor allem eine anregende, interessante und angenehme Lern- und Arbeitsatmosphäre an die man später gerne zurückdenkt.


Jürgen Spiecker


Kosten und Finanzierung

Gesamtkosten Erweiterung einschließlich Umbau 2.400.000 €

Finanzierung
  • Schulbaufördermittel Land Baden-Württemberg 1.197.000 €
  • Fördermittel Landkreis Böblingen 532.000 €
  • Kostenbeteiligungen Nachbargemeinden 330.000 €
  • Gemeinde Rutesheim 336.000 €
  • Spenden 5.000 €

Chronologie

14.09.1999 Einschulung von 4 fünften Klassen mit 132 Schülerinnen und Schülern. Insgesamt sind es damit 13 Klassen mit 386 Schülerinnen und Schülern im Gymnasium.

28.01.2000
Nach Erhebungen der Gemeindeverwaltung der Kinder- und Schülerzahlen in den sechs beteiligten Städten und Gemeinden bestätigt sich, dass sich für die nächsten 10 Jahre bei gleich bleibendem Übergangsverhalten 4-Zügigkeit, in den nächsten Jahren sogar 5-Zügigkeit ergibt.

03.03.2000
Kultusministerium und Oberschulamt stellen fest, dass „im Blick auf die Schülerzahlen und dem durchschnittlichen Übergangsverhalten der Schüler auf das Gymnasium Rutesheim auf Dauer langfristig 3 gymnasiale Züge wohl nicht ausreichend sind.“

02.05.2000
Beschluss Schulausschuss:
Die Erweiterung ist notwendig und soll angegangen werden

10.05.2000
GR-Beschluss: Erklärung der Bereitschaft zur Erweiterung von 3 auf 4 Zügen bei Beteiligung der fünf Gemeinden, Land und Landkreis Böblingen

26.05.2000
Das Oberschulamt bestätigt den Bedarf und das Raumprogramm:
7 Klassenräume, 1 Lehrübungsraum und 1 Vorbereitungsraum für Biologie, 1 Computerraum

12.09.2000
Einschulung von 5 fünften Klassen mit 141 Schülerinnen und Schülern. Insgesamt sind es damit
18 Klassen mit 524 Schülerinnen und Schülern im Gymnasium.

28.09.2000
GR-Beschluss:
Beauftragung Projektsteuerung und Generalmanagement Drees + Sommer, Stuttgart, und der Architekten BEMS, Freiburg sowie der Fachingenieure

02.11.2000
Antrag auf Landesförderung von rd. 1.356.000 €.

06.11.2000
GR-Beschluss:
Genehmigung der Vor- und Zeitplanung der Architekten BEMS und Projektsteuerer Drees + Sommer

06.11.2000
GR-Beschluss:
Zustimmung zur öffentlich-rechtlichen Vereinbarung mit den fünf beteiligten Städten und Gemeinden. Inhalt: Das Gymnasium Rutesheim wird von 3- auf 4-Zügigkeit erweitert. Die Nachbargemeinden beteiligen sich wie beim Bau des Gymnasiums. Lediglich eine Abweichung: Bei der Einwohnerzahl für den umzulegenden Finanzbedarf wird die Einwohner zahl von Rutesheim wegen der im Verhältnis zur Einwohnerzahl höheren Schülerzahlen aus Rutesheim um 15 % erhöht.

Okt. bis Nov. 2000
GR-Beschlüsse der Städte und Gemeinden Weissach, Friolzheim, Heimsheim, Mönsheim und Wimsheim:
Zustimmung zur öffentlich-rechtlichen Vereinbarung

20.11.2000
Beschluss des Kreistags des Landkreises Böblingen:
Bewilligung eines Zuschusses von 532.000 €

06.12.2000
Unterzeichnung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung

31.01.2001
Das Regierungspräsidium Stuttgart genehmigt die öffentlich-rechtliche Vereinbarung

05.03.2001
GR-Beschluss:
Genehmigung der Entwurfsplanung und Kostenberechnung

15.05.2001
Baugenehmigung durch das Baurechtsamt der Gemeindeverwaltung Rutesheim

16.07.2001
GR-Beschluss:
1. Vergabepaket

25.07.2001
Baubeginn mit Spatenstich

06.06.2002
Bescheid des Oberschulamts über die Förderung von 1.197.000 €. Auszahlung in den Jahren 2002 bis 2005

11.09.2001
Einschulung von 5 fünften Klassen mit 154 Schülerinnen und Schülern. Insgesamt sind es damit 23 Klassen mit 660 Schülerinnen und Schülern im Gymnasium.

05.11.2001
GR-Beschluss:
2. Vergabepaket

26.11.2001
GR-Beschluss:
3. Vergabepaket

09.09.2002
Bezug der Erweiterung

10.09.2002
Einschulung von 6 fünften Klassen mit 174 Schülerinnen und Schülern. Insgesamt sind es damit derzeit 29 Klassen mit 822 Schülerinnen und Schülern im Gymnasium.

16.09.2002
TA-Beschluss:
Anschaffung einer Kippbratpfanne und Friteuse inklusiv technischer Veränderungen in der Küche

22.11.2002
Einweihung


Impressum

Festschrift anlässlich der Einweihung am 22. November 2002
Herausgeber: Gemeinde Rutesheim, Bürgermeister Dieter Hofmann
Redaktion: Martin Killinger
Pläne und Zeichnungen: Architektengemeinschaft Böwer – Eith – Murken – Spiecker, Freiburg
Fotos: Foto Bernlöhr, Weissach

 

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