DISCOVER INDUSTRY ist eine mobile Erlebniswelt, die lebendig und modern die Vielfalt und die Möglichkeiten von Ingenieurberufen aufzeigt. Mit dem Ausstellungstruck erfahren Jugendliche praxisnah und anschaulich, welche Aufgaben MINT-Fachkräfte in der Industrie meistern und wie viel Mathematik und Physik in ihrer Arbeit steckt.

Das einzigartige Fahrzeug mit einer Länge von 16,5 Metern, einer Höhe von über sechs Metern, einem Gewicht von 40 Tonnen sowie knapp 100m2 Ausstellungsfläche auf zwei Ebenen sorgte am 16. und 17. April auf dem Schulhof des Gymnasiums Rutesheim schon allein beim Anblick für Aufsehen.


Gespickt mit Hightech, können sich die Besucher dank interaktiver Arbeitsstationen und Exponate über wichtige Meilensteine im Produktentstehungsprozess informieren. Zwei sympathische Jungakademiker vom „Coaching4Future“-Team der Baden-Württemberg Stiftung leiten dabei an und zeigen, wie spannend das Arbeiten in der Industrie sein kann.
So durften unsere Neuntklässler, für die das Format als Maßnahme zur Berufs- und Studienorientierung gebucht war, selbst Hand anlegen. In Kleingruppen erkundeten sie neugierig die fünf Arbeitsstationen im Erdgeschoss des Fahrzeugs:

An der Station „Konstruktion und Design“ konnten die Schülerinnen und Schüler mit einem echten 3D-Scanner verschiedene Objekte einscannen. Der Scanvorgang wurde dabei live am Bildschirm verfolgt und überprüft, bis schließlich ein realistisches 3D-Modell des Objekts auf dem Rechner vorlag. Sie lernten damit ein anschauliches Beispiel für die Arbeit mit digitalen Modellen kennen, wie sie in der Industrie eingesetzt wird.
An der Arbeitsstation „Spannungsoptik und Windkanal“ untersuchten sie das Spannungsverhalten verschieden geformter Plexiglasmodell bei bei mechanischer Belastung. Warum ein Sportwagen windschnittiger als ein Lastwagen ist, erklärte ein Test anhand aerodynamischer Versuche mit unterschiedlichen Automodellen im Miniatur-Windkanal.
„Ich will das aber noch fertig machen“, beschwerte sich ein Schüler als er von der „Robotik“-Station zur nächsten wechseln sollte. „Das ist echt cool“, murmelte ein Mädchen begeistert. Die Aufgabe bestand darin, einen echten Industrieroboter mittels Koordinateneingabe zu vorgegebenen Markierungen zu lotsen – und das in möglichst kurzer Zeit. Jeder Aktionsschritt musste gut überlegt werden. Dabei zeigten die jungen Programmierer große Ausdauer und machten deutlich, dass Mathematik und Informatik nicht nur etwas für Nerds ist!
Bei der „Intelligenten Produktion“ betrieben die Schülerinnen und Schüler eine kleine „Smart Factory“. Dazu erstellten sie zunächst eine Logikschaltung, um anschließend ein Behältnis durch eine Befüllungsanlage zu steuern. Voll vernetzt kommuniziert das intelligente Produkt dabei mit den Maschinen. Auch die Maschinen kommunizieren untereinander, prüfen ihre Auslastung und melden frühzeitig notwendige Reparaturarbeiten. Heiß her ging es bei „Transport und Logistik“: “Los, beeil dich doch! Mach schneller!“, so spornten sich die Gruppenmitglieder gegenseitig an. Auf spielerische Art und Weise simulierten die Jugendlichen hier Lagerlogistik in Echtzeit: Waren müssen unter Zeitdruck schon bei ihrem Eintreffen so durchdacht platziert werden, dass sie hinterher möglichst schnell wieder das Lager verlassen können. Die notwendigen kombinatorischen Fähigkeiten stellten die Neuntklässler hier erfolgreich unter Beweis.
Zum Schluss gab es im Obergeschoss des Trucks einen interaktiven, vertiefenden Vortrag. Die Schülerinnen und Schüler lernten anhand der Produkte, mit denen sie sich im Erdgeschoss beschäftigt hatten, die Relevanz der Fächer Mathematik und Physik kennen. Außerdem bekamen sie viele Informationen zu möglichen Bildungswegen in den MINT-Fächern.

Mit dem Vorurteil, dass das Arbeiten in der Industrie monoton und öde sei, räumten die netten Jungwissenschaftler gehörig auf. Die Schüler zeigten sich begeistert: „Das war so interessant, können sie nächstes Jahr bitte wieder kommen?“, bemerkten einige von ihnen. Und da nach Veranstaltungsende am Freitagnachmittag noch so viele interessierte Schüler kamen, um spontan das Fahrzeug zu besichtigen, machte das Discover Industry Team für uns noch Überstunden. Vielen Dank dafür!

Susanne Schwahn
Abteilungsleiterin Öffentlichkeitsarbeit

 2015 04 16 DI

2015 04 17 DI

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