In Bagdad lebte der Kalif Chasid.  An einem schönen Nachmittag saß er auf seinem Sofa, rauchte aus einer langen Pfeife und trank Kaffee. Da besuchte ihn sein Wesir Mansor. „Was ist los? Woran denkst du?“, fragte der Kalif.  „Herr, da unten am Palast steht ein Krämer.  Er hat sehr schöne Sachen.  Ich ärgere mich, dass ich nicht genug Geld habe“, antwortete der Wesir.

Mit diesen Worten beginnt das berühmte Märchen von Wilhelm Hauff, das die fünften Klassen des Gymnasiums Rutesheim am 05. und 06. April auf die Bühne der Aula brachten.

Märchenhaft geht es zu, als der gelangweilte Kalif und sein Wesir dem hinterhältigen Krämer auf den Leim gehen und ihm ein Zauberpulver abkaufen, um sich in Tiere zu verwandeln. „Lass uns Störche sein“, lautet ihr Beschluss. Und Störche wären sie wohl auch geblieben, denn es heißt „lachen verboten“, wenn sie ihre menschliche Gestalt zurückerlangen wollen. Es kommt, wie es kommen muss: der Kalif und sein Wesir vergessen durch fahrlässige Neugier und leichtfertiges Gekicher prompt das Zauberwort. Traurig flattern sie nun als Störche über die Dächer Bagdads. Schon macht sich im Palast ein neuer Kalif breit und man hört nichts Gutes über ihn. Bei ihrer abenteuerlichen Reise zurück zur Menschengestalt begegnet ihnen ein buntes Völkchen märchenhafter Gestalten: der listige Selim, der eigentlich gar kein Krämer ist, die zu Tode betrübte Nachteule, die den beiden Störchen nur helfen möchte, wenn einer sie zur Frau nimmt und nicht zuletzt der König von Indien, der sich mit dem bösen Kaschnur anlegt. Der letzte Hoffnungsschimmer stellt die geheime Versammlung der Zauberer dar – diese wollen der Kalif und sein Wesir ausspionieren, um das vergessene Zauberwort zu erfahren. Das Spektakel endet spannend, bunt und natürlich märchenhaft: Der Kalif und sein Wesir erobern ihre menschliche Gestalt und den Thron zurück und als Höhepunkt wird eine Hochzeit mit der wunderschönen Prinzessin Lusa gefeiert.

Auf der Bühne wurde Wilhelm Hauff höchstpersönlich empfangen, der live miterleben sollte, was die Rutesheimer Gymnasiasten aus seinem Märchen rund zweihundert Jahre nach dessen Entstehung gemacht haben. Sein Urteil fällt positiv aus: „Ganz passabel!“ Deutlich untertrieben, wie das Publikum findet: Bunte, orientalisch anmutende Kostüme, liebevoll gestaltete Kulissen sowie mitreißende, eigens komponierte und arrangierte Lieder machten diesen Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis für jedermann. Rund 180 Fünftklässler begeisterten als Schauspieler auf der Bühne sowie im Chor durch ihre stimmgewaltige Untermalung, die vom CONSORT Rutesheim und der Kammermusik-AG des Gymnasiums unterstützt wurden. Gemeinsam mit ihren Musiklehrern Frau Sanwald, Herr Müller, Herr Friedinger, Herr Klahm und Herr Rochard probten die Schülerinnen und Schüler seit Monaten für den großen Auftritt. Diese akribische Vorbereitung zeigte sich an den Aufführungsabenden in aller Deutlichkeit, an denen sie mit beeindruckender Souveränität und Leidenschaft die Bühne für sich einnahmen.

Ein solches Großprojekt kann nur gelingen, wenn es von vielen Seiten unterstützt wird. Herzlichen Dank an die Musikfachschaft für ihren unermüdlichen Einsatz und die kreativen Ideen, Frau Becker für die detailreiche und mühevolle Gestaltung des Bühnenbilds, der Technik-AG unter der Leitung von Herrn Kohlberg und Herrn Müller für die effektvolle Beleuchtung der Bühne und den perfekten Sound sowie den zahlreichen Eltern und Schülern, die durch die Mitarbeit beim Kulissenbau, den Requisiten und bei der Organisation und Bewirtung zum Gelingen des Abends beigetragen haben.

Carolin Reichel
Deutschlehrerin

 2017 04 05 06 Singspiel002

2017 04 05 06 Singspiel004

2017 04 05 06 Singspiel022

Weitere Bilder finden Sie in den Impressionen.

GYMNASIUM RUTESHEIM | Robert-Bosch-Straße 19 | 71277 Rutesheim | Tel.: 07152 5002 25 00 | Fax: 07152 5002 25 99 | sekretariat@gymnasium-rutesheim.de