„Schule ist mehr als nur ein Gebäude, in dem der Unterricht stattfindet. Und mehr als nur ein Bildungsplan, in dem Ziele definiert sind. Schule ist ein lebendiger Organismus, ein soziales Gebilde, das vom Engagement der Lehrer, der Eltern und Schüler gleichermaßen lebt“, so Kultusminister Andreas Stoch in seiner Eingangsrede. Anlässlich einer Podiumsdiskussion am Dienstag, 8. Dezember besuchte er die Aula des Schulzentrums.

Über 300 Gäste – darunter vor allem zahlreiche Lehrer, Eltern, sowie Schüler – waren gekommen, um auf der Bühne eine muntere Gesprächsrunde mit der Fragestellung „Was macht gute Schule aus?“ zu erleben. Den Fragen der Moderatoren Hans-Jörg Läpple und Susanne Schwahn, beide Abteilungsleiter am Gymnasium Rutesheim, stellten sich, neben Andreas Stoch, Ursula Mormann (Schulleiterin der Astrid-Lindgren-Förderschule), Friederike Bailer (Schulleiterin der Theodor-Heuss-Grund- und Werkrealschule) Tatjana Rosenau (Schulleiterin der Realschule Rutesheim) sowie Jürgen Schwarz (Schulleiter des Gymnasiums Rutesheim).Verbindliche Grundschulempfehlung, Inklusion, Zwei- Säulen- Modell, Individualisierung, G8/G9-Debatte, Ganztagsschule - in der Bildungspolitik des Landes gibt es im Moment so viele heiße Themen, alleine das Schlagwort "Bildungsgerechtigkeit" reichte am Dienstagabend nicht aus. Eine generelle Rückkehr zu G9 lehnt Stoch ab:“ Das hätte mehr negative Effekte als positive in Bezug auf alle Schulformen“. Dass die jetzigen G9-Schulversuchsstandorte, also auch Rutesheim, das G9-Modell fortführen, könne er sich jedoch gut vorstellen. Nahezu die Hälfte der Veranstaltung drehte sich um das Thema „Inklusion“. Minister Stoch betonte in seiner Eingangsrede, dass für ihn die Inklusion behinderter Menschen unverzichtbarer Bestandteil einer Gesellschaft sei. Deshalb können Eltern seit diesem Schuljahr entscheiden, ob ihr Kind eine Sonder- oder Regelschule besuchen soll. Über Positives berichtete in diesem Zusammenhang Friederike Bailer:“ Seit neun Jahren wird Inklusion an unserer Schule umgesetzt. Wir haben zwei Kooperationsklassen, die immer von einem Regel- und einem Sonderpädagogen unterrichtet werden. Neu ist seit diesem Jahr eine inklusive Gruppe in einer ersten Klasse in Zusammenarbeit mit der Astrid-Lindgren-Schule.“ Kritisch äußerte sich der Schulleiter des Gymnasiums, der allein von vier Integrationsfällen in einer fünften Klasse berichtete. Dabei betonte er die Diskrepanz zwischen Integration und Inklusion: „Für die Umsetzung der Inklusion benötigen wir bessere pädagogische Konzepte. Lehrer leisten Zusatzaufgaben ohne Zusatzqualifikation. Sie kommen deutlich an ihre Grenzen, weil sie nicht mehr allen Kindern einer Klasse gerecht werden können. Ebenso mangelt es an Zusatzressourcen, wie z.B. Anrechnungsstunden.“

Dass es die eine Antwort auf die Frage, was gute Schule ausmacht, nicht gab, wurde an diesem Abend deutlich. Doch die Veranstaltung zeigt einen guten Querschnitt der aktuellen Bildungsdebatten, gemischt mit den Erfahrungen der Schulen vor Ort. Und auch die Fragen an die Teilnehmer der Runde, die aus dem Publikum am Ende der Veranstaltung kamen, zeigten: wir sind mitten drin in der bildungspolitischen Diskussion.

Wir danken Herrn Kultusminister Andreas Stoch sehr für seinen Besuch und sein Engagement, zu den verschiedenen Themen Stellung zu nehmen. Sein Besuch bescherte einen interessanten und informativen Abend.

Ein Dank ergeht auch an alle Beteiligten, die die Veranstaltung erst möglich gemacht haben: Frau Angelika Klingel (SPD-Landtagskandidatin und Mitglied im SPD Ortsverein), den Mitgliedern der Technik- AG unter der Leitung von Herrn Kolberg sowie Jonathan Hoffman (Violoncello) und Lion Tewes (Klavier), die für den musikalischen Auftakt sorgten.

Susanne Schwahn
Abteilungsleiterin Öffentlichkeitsarbeit

2015 12 09 Podiumsdiskussion Stoch bearbeitet

Kultusminister Andreas Stoch mit dem geschäftsführenden Schulleiter des Schulzentrums Jürgen Schwarz

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