Fachvorsitzende: Sybille Jahrmärker

Spanisch - eine gute Wahl für alle, die mehr wollen - die Wahl für alle, die eine weitere Fremdsprache erlernen wollen: eine Weltsprache. In 21 Ländern in Amerika, Europa und Afrika ist Spanisch offizielle Sprache und ist nach Englisch eine der am meisten verwendeten Sprachen weltweit. Es ist eine der wichtigsten Weltsprachen und erschließt neben der Iberischen Halbinsel fast den gesamten Südamerikanischen Kontinent, Mittelamerika und Teile Nordamerikas. Bereits heute ist Spanisch in den USA weit verbreitet und man geht davon aus, dass der Anteil der US-Bevölkerung, der Spanisch als Muttersprache hat, auf über 50 % anwachsen wird.

Spanisch ist in der Europäischen Union eine der offiziellen Amtssprachen. Die Ähnlichkeit mit dem Portugiesischen und dem Italienischen ist sehr groß, sodass man sich in diesen Sprachen sogar untereinander verständigen kann. Seit 1996 besteht explizit die Forderung nach Dreisprachigkeit der Europäer, denn die Mehrsprachigkeit stellt eine wichtige Kompetenz dar, die unverzichtbar ist für Kommunikation und Mobilität in Europa und weltweit. Wer Fremdsprachen lernt, entwickelt ein allgemeines Bewusstsein für Sprachen - auch für die eigene Muttersprache.

Neben der Sprache jedoch, die in so verschiedenen Ländern wie Spanien, Argentinien, Mexiko, Bolivien, Kuba oder Costa Rica in den diversen Sprachvarianten gesprochen wird, lernt man gleichzeitig auch die geographische und kulturelle Vielfalt der spanischsprachigen Welt kennen. Sprachen ermöglichen den Zugang zu fremden Ländern oder anderen Epochen und öffnen den Blick auf die Kulturen, in denen sie gesprochen werden, seien sie räumlich oder zeitlich auch noch so weit von uns entfernt.

Hier gibt es zum einen die Besonderheiten der Feste und Gebräuche zu entdecken, die verschiedenen Kulturen der indigenen Bevölkerung Lateinamerikas bis hin zu den kulinarischen Spezialitäten, die diese Länder zu bieten haben. Diverse Kochaktionen verschiedener Klassen locken dabei immer mal wieder auch Nicht-Spanischlerner in die Nähe der Schulküche.

Zum anderen gilt das Interesse aber auch der historischen Entwicklung Spaniens und Lateinamerikas um auf dieser Basis die aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklung einschließlich der spezifischen Probleme Süd- und Mittelamerikas zu verstehen, Kenntnisse, die im Hinblick auf die Globalisierung der Arbeits- und Finanzwelt von großer Bedeutung sind.

Spanisch –eine gute Wahl fürs Leben!

Eine Schülerin kommentierte nach ihrem Austausch in Katalonien: „Wie oft die mir Komplimente gemacht haben, das war schon richtig peinlich... Ich wusste gar nicht, was ich da sagen sollte...“ Was ein Deutscher jedoch als peinlich empfindet, bedeutet für einen Spanier oder Lateinamerikaner den Ausdruck von gegenseitiger Wertschätzung. Derartige kulturelle Unterschiede führen wir unseren Lernenden vor Augen und fördern damit ihre Toleranz und Sensibilität für ein alternatives Welt- und Menschenbild. Gleichzeitig fördern wir ihre Kommunikationsfähigkeit im interkulturellen Raum.

Sei es im kleinen Rahmen, wie z.B. im Urlaub in einem der beliebten Reiseziele Spaniens oder gar Lateinamerikas, oder sei es im großen Rahmen, wie auf unserem globalisierten Arbeitsmarkt, derartiges Wissen ist vielseitig einsetzbar und konstituierend für einen weltoffenen jungen Menschen. Viele unserer Schülerinnen und Schüler brechen bereits direkt nach dem Abitur in neue Dimensionen Europas auf oder erobern sich sogar einen neuen Kontinent: im Zivildienst in Perú, im Freiwilligen Sozialen Jahr in Chile, als Au Pair in Spanien, in sozialen Projekten oder in einem BWL-Studiengang mit Schwerpunkt auf deutsch-südamerikanischen Wirtschaftsbeziehungen in Mexiko. Da draußen liegt die Welt und Spanisch als Weltsprache eröffnet die Möglichkeit, einen Teil davon für sich zu entdecken.

Spanisch – die Umsetzung am Gymnasium Rutesheim: kommunikativ - kreativ - attraktiv

Die Fachschaft Spanisch am Gymnasium Rutesheim besteht zurzeit aus fünf Spanischlehrkräften, Frau Jahrmärker, Frau Haas, Frau Hochreither, Herrn Höfler und Frau Pockrandt.

Außerdem zählen dazu die jeweiligen Referendarinnen oder Referendare, die an unserer Schule ausgebildet werden.

Wir arbeiten in den Klassenstufen 8-10 mit dem Lehrbuch Encuentros Nueva Edición, einem Lehrwerk in 2 Bänden, das die Schülerinnen und Schüler bis zum Ende der Klasse 10 annähernd zum Niveau B1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen führt. Die Schülerinnen und Schüler, die in der Kursstufe Spanisch belegen, erreichen im Allgemeinen das Niveau B2.

Der Unterrichtsfortschritt in Spanisch verläuft recht zügig, da die Schüler auf ihre Vorkenntnisse und ihre Sprachlernerfahrung aus Englisch und Französisch bzw. Latein zurückgreifen können. Das Vokabellernen wird dadurch natürlich niemandem erspart, aber viele Ähnlichkeiten im Vokabular und auch in grammatischen Strukturen erleichtern das Verständnis. In der Aussprache des Spanischen gibt es zwar einige Besonderheiten, aber sie bereitet in der Regel keine Schwierigkeiten, da sie sich eng an die Schreibung anlehnt.

Die Themen im Spanischunterricht sind sehr vielfältig. Die Schüler lernen bereits in der Lehrbuchphase sowohl spanische wie auch lateinamerikanische Regionen und Städte kennen wie Madrid, Andalusien Chile, Valencia oder Mexiko. Daneben erfahren sie auch viel über die Lebensweise von Jugendlichen in Spanien und Lateinamerika, ihre Vorlieben und ihre Zukunftsmöglichkeiten, Themen, die den Jugendlichen vertraut sind und mit denen sie sich identifizieren können. So können sie ihre eigene Lebenswelt mit den Lebensbedingungen anderer vergleichen und ihr soziokulturelles Wissen erweitern.

Die Vermittlung kommunikativer Fertigkeiten steht den neuen Bildungsplänen entsprechend im Mittelpunkt des Spanischunterrichts, das bedeutet, dass das Hör- und Sehverstehen, das Leseverstehen, Sprechen, Schreiben und Sprachmittlung geschult werden.

Die lexikalische und grammatische Kompetenz wird erweitert und der Umgang mit Texten geschult, anfangs mit einfachen Texten, dann auch mit interessanten Jugendlektüren bis hin zu schwierigeren authentischen Texten und spanischsprachiger Literatur, vor allem in der Kursstufe. Der Erwerb von soziokulturellem Wissen und interkultureller Kompetenz trägt dazu bei, mit Hispanohablantes angemessen und ohne Missverständnisse kommunizieren zu können.

Und was geschieht außerunterrichtlich? Eine Sprache und Kultur will ja auch gelebt werden.

Das Gymnasium Rutesheim hat für alle Spanischlernenden von Beginn an einen Schüleraustausch bzw. eine Sprach- und Kulturreise nach Spanien angeboten. In den letzten Jahren führte diese Fahrt nach Ávila in Zentralspanien, wo die Schülerinnen und Schüler an einem Sprachkurs teilnehmen und in ihren Gastfamilien in den spanischen Alltag eintauchen konnten.

Zurzeit haben die Spanischlerner die Möglichkeit an einem Austausch mit L’Arboç in Cataluña teilzunehmen, dort ihre erworbenen Sprachkenntnisse nach Kräften anzuwenden und zu erweitern und dabei die Region zwischen Barcelona und Tarragona kennenzulernen.

Das Cine Latino, das jedes Jahr eine Woche lang in Stuttgart stattfindet, lockt mit einer Vielzahl an originalsprachlichen spanischen und lateinamerikanischen Filmen. Mit einer Klasse oder einem Spanischkurs dieses Angebot wahrzunehmen ist auf jeden Fall sehr lohnend.

Spanische Gerichte selbst zu kochen ist auch ein aufregendes und verlockendes Ereignis: von Paella über Tortilla bis hin zu verschiedenen Tapas haben verschiedene Klassen und Kurse schon mit großer Begeisterung zubereitet und mit genauso großem Appetit verspeist - dazu noch spanische Musik, dann kommen sogar in Rutesheim Momente spanischen Lebensgefühls auf.

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