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„Ich habe Deutschland vergeben, ich liebe Deutschland und ich liebe euch“, mit diesen emotionalen Worten beendete Yossef Aron seine dramatische Lebensgeschichte. 
Yossef Aron war als Überlebender des Holocaust schon zum zweiten Mal zu Gast am Gymnasium Rutesheim und berichtete den J1 Schülerinnen und Schülern davon, wie er im jungen Kindesalter zum Opfer des Nationalsozialismus wurde und wie er diese grauenhafte Zeit überlebt hatte.
Die Schilderung der unglaublichen Leiden, die er im Konzentrationslager Bergen-Belsen ertragen musste, ging allen Zuhörenden so nahe, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Genauso ergreifend war Yossef Arons Kampf wieder zurück ins Leben, der ihn alle nur erdenkliche Anstrengung kostete. „Born to be a waiter“ war das Motto, das sein weiteres Leben in Deutschland, der Schweiz und Israel kennzeichnete. Trotz der Leiden und Erniedrigungen, die ihm andere Menschen angetan hatten, schien ihm dieser dienende Beruf wie in die Wiege gelegt zu sein.


Yossef Aron lebt seit vielen Jahren in Israel in einem Heim für Holocaust-Überlebende. Ihm ist es trotz der beschwerlichen Reise ein großes Anliegen, immer wieder nach Deutschland zu kommen. Das Land, das er seine Heimat nennt und wo er den jungen Generationen bis heute näherbringt, wohin Gleichgültigkeit und Ausgrenzung führen.
Dies unterstrich in zu Herzen gehenden Worten Yudit Setz. Sie betreut die mittlerweile hochbetagten Überlebenden des Holocaust in dem Heim in Haifa und begleitet Yossef Aron auf seiner Reise nach Deutschland. Viele der Überlebenden müssen ein Leben in großer Armut führen, da ihnen der Nationalsozialismus jede Chance auf Schul- und Berufsausbildung genommen hatte. Diese Menschen zu unterstützen ist eines der Anliegen der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ). Sie hat dem Gymnasium Rutesheim auch die Begegnung mit Yossef Aron ermöglicht.
Wie bewegt die Schülerinnen und Schüler von dieser Begegnung waren, zeigte auch ihr Abschied von Yossef Aron: viele von ihnen kamen nach dem Gespräch zu ihm, holten sich ein Autogramm und dankten ihm in persönlichen Worten für sein Kommen.

Andrea Frenzel
Fachvorsitzende Geschichte

2018 01 31 Zeitzeugengespräch 6 von 17 HP

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